Verzicht auf Elbvertiefung ist ökonomisch und ökologisch geboten

Presseinformation 19.11. 2015


Die verzögerte Elbvertiefung wird immer wieder von der Hamburger Hafenwirtschaft als einer der  Gründe für den Container-Umschlagsrückgang im Hamburger Hafen angegeben. Diese Darstellung entspricht in keinster Weise den tatsächlichen Fakten und Prognosen für die Entwicklung des Containerumschlags.

Mittlerweile scheint dies auch dem Hafenverbandspräsidenten G. Bonz bewusst zu werden, wenn er im Täglichen Hafenbericht (THB) unter der Überschrift „NOK für Feeder-Verkehr einfach nicht mehr planbar“  feststellt :
Der Zustand des NOK* mit seinen veralteten und anfälligen Schleusen ist einer der Gründe dafür, dass in den zurückliegenden Monaten Hamburg stark im Containerverkehr verloren  hat !  Weiterhin beklagt er im THB unter der Überschrift: „Verschlickung kostet Ladung und Image“, dass die vertraglich von der HPA** zugesicherten Liegewannentiefen vor den Containerumschlagsanlagen verschlicken und dazu führen, dass Schiffe auf Ladungsanteile verzichten und sogar „umgeroutet“ werden müssen.

Diesem Eingeständnis fügen wir hinzu:
Die grossen Containerschiffe haben in den ersten 9 Monaten sogar an Zahl zugenommen,  gleichwohl haben sie nicht annähernd den  maximal zulässigen Tiefgang ausgenutzt. Einlaufend haben grosse Containerschiffe ab 13.000 TEU Ladungskapazität immerhin eine durchschnittliche Tiefgangsreserve von  2,73 m nicht genutzt, während diese Schiffe ausgehend von Hamburg eine Tiefgangsreserve von 1,43 m aufwiesen. (...)

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Verzicht auf Elbvertiefung ist ökonomisch und ökologisch geboten
Presseinformation 19.11. 2015
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Fahrwasser der Unterelbe  unzureichend für Schiffsriesen ?

Die Fahrrinne genügt nicht internationalen Maßstäben, Baggermassen und Havariegefahren bedrohen die Unterelberegion

Das Anlaufen des welt-grössten chinesischen Containerfrachters CSCL Globe am 12.1.2014 wurde in Hamburg bei der Hafenverwaltung HPA wieder einmal mit dem Klagelied begleitet, „ Die Elbe hätte längst vertieft werden müssen, um die Tragfähigkeit dieses Containerriesen mit maximal 19100 TEU`s effektiver nutzen zu können“. Geflissentlich wird hierbei allerdings unterschlagen, dass diesem 400 m langen Riesenschiff vor dem Waltershofer Hafen nur ein Drehkreis von 480 m zur Verfügung steht und daher das Hochwasser unabdingbare Vorraussetzung für die Bewältigung des notwendigen Drehmanövers ist.  Gefordert wird im allgemeinen ein Drehkreisdurchmesser von mindestens 1,5-facher Schiffslänge. Gem. amtl. Bekanntmachung für Seefahrer (BfS)  hätte die GLOBE währemd ihrer Revierfahrt auf der Unterelbe i. ü. noch einen Tiefgang von 14,10 m bei Ankunft Hamburg haben dürfen, allerdings  bedeutet ihre Breite von  60 m , dass das Schiff den noch zulässigen maximalen Breitengrenzwert für aussergewöhnliche grosse Schiffe (AGF) auf der Unterelbe von 57,50 m überschreitet.   Dass die Unterelbe für solche Containerriesen mit einer Fahrrinnenbreite von 300 m abnehmend auf. 250 m oberhalb Glückstadt nicht einmal annähernd internationalen Masstäben von mindestens 500 m entspricht, wird von der zuständigen Fachwelt schlicht  ignoriert. Bei dieser Einzelfallbetrachtung lohnt sich ein Blick in die Liste der  Schiffsankünfte grosser Containerfrachter mit Tragfähigkeiten von mehr als 8000 TEU`s des vergangenen Jahres: (...)

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Havariesicherheit und Baggernotstand
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Grundlagen Gewässer

Entwicklung unter Einfluss des Menschen
Gewässer sind wichtige Bestandteile der Landschaft. Sie sind Lebensraum von speziellen Organismen, nehmen Niederschläge auf und leiten sie weiter und beeinflussen örtlich das Klima. Vernetzt werden durch sie Gebirge und Meere. Übergangsbereiche liegen oft im Gezeitenbereich der Meere, hier gibt es dann ein Ein- und Ausschwingen des Wassers. Die Marschen und Watten sind hier ein Lebensraum von besonderer Bedeutung. Gerade diese sind sehr stark überformt vom Menschen und dadurch in ihrer Funktion stark beeinträchtigt.
 
Es ist besonders der Organismenbestand, der sich erheblich verändert hat. Die einseitige Abführung des Oberflächenwassers in die Vorfluter verhindert den Austausch unterschiedlicher Abschnitte des Gewässers, Einwandernde Fische und Krebse aus dem Küstenbereich, die hier ihre Laich- und Aufwuchsgewässer finden und später die in die Küstengewässer wandernden Alttiere und Jugendstadien können dadurch diese Barrieren nicht überwinden. (...)

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Gewässer
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